Lesezeit 4 Minuten · aktualisiert im September 2026
Die kurze Antwort
Trennt man sich nach einem halben Jahr, liegen die Kosten schnell in der Nähe eines ganzen Jahresgehalts. Faustwerte, die dazu kursieren, schwanken stark. Sinnvoller ist die eigene Rechnung — sie hat nur fünf Zeilen.
Eine Fehlbesetzung ist dabei nicht nur die Kündigung in der Probezeit. Teurer ist oft der Fall, in dem jemand bleibt, die Aufgabe aber nicht ausfüllt. Dann laufen die Kosten weiter, ohne dass sie jemand zusammenrechnet.
Beispiel: 60.000 € Jahresgehalt, Trennung nach sechs Monaten
| Posten | Annahme | Betrag |
|---|---|---|
| Gehalt und Lohnnebenkosten | sechs Monate, rund 20 % Nebenkosten | 36.000 € |
| Einarbeitung | Zeit von Kollegen und Führungskraft | 6.000 € |
| Erste Suche | Anzeigen, Gespräche, interne Zeit | 4.000 € |
| Zweite Suche und Einarbeitung | derselbe Aufwand noch einmal | 10.000 € |
| Summe | ohne entgangene Aufträge | 56.000 € |
Rechenbeispiel mit vorsichtigen Annahmen. Gegenzurechnen ist, was die Person in dieser Zeit geleistet hat — in der Einarbeitung meist deutlich weniger als ihr Gehalt.
Was in keiner Rechnung steht
Die Stelle ist danach wieder monatelang unbesetzt. Das Team hat zweimal eingearbeitet und fängt die Mehrarbeit auf. Kunden hatten in einem Jahr drei Ansprechpartner. Diese Kosten lassen sich schwer beziffern, sind aber oft die größeren.
Je höher die Position, desto stärker wirkt das: Eine falsch besetzte Führungsstelle kostet nicht nur ihr eigenes Gehalt, sie bremst das ganze Team.
Woran es meistens liegt
- ✓Das Stellenprofil war unklar oder überladen
- ✓Zeitdruck: Der erste passable Kandidat bekam die Stelle
- ✓Aufgabe oder Gehalt wurden im Gespräch schöner dargestellt
- ✓Referenzen wurden nicht eingeholt
- ✓Die Einarbeitung bestand aus Schreibtisch und Passwort
- ✓Fachlich passend, aber nicht zum Team
Was sich dagegen tun lässt
Drei Dinge senken das Risiko deutlich: ein Stellenprofil, das auf eine Seite passt, strukturierte Gespräche mit denselben Fragen für alle Kandidaten und ein Einarbeitungsplan für die ersten 100 Tage.
Sprechen Sie außerdem nach vier und nach zwölf Wochen offen miteinander. Viele Trennungen kündigen sich früh an und lassen sich in dieser Phase noch abwenden.
Ein Vermittlungshonorar ist ein Bruchteil des Jahresgehalts. Gemessen an der Rechnung oben ist es die kleinere Zahl — vor allem, wenn eine Nachbesetzung im ersten halben Jahr nichts kostet.